„Immer einmal mehr aufstehen“

   Dank der herausragenden Betreuung ihres Arztes Dr. Hammer im Notfallzentrum und Horst Werner in der Medica-Klinik, ist Tina heute wieder fast die alte. Fast, denn die Gewissheit, dass dieser Tag eine viel schlimmere Wendung für ihr Leben hätte bedeuten können, begleitet sie. „Manchmal denke ich schon, Mensch war das knapp, aber meistens bin ich dankbar für dieses Schicksal und versuche nach vorn zu blicken.“ Ein Hämatom in der Halswirbelsäule bereitet ihr noch eine Weile Probleme, doch die Ärzte garantieren ihr inzwischen eine vollständige Genesung.

   Schon während der Weihnachtsferien steht Tina wieder auf den Skiern, stellt ihre Achillessehne einem ersten positiven Belastungstest. Überhaupt sucht sie jetzt vor allem die Abwechslung, geht klettern, laufen, schwimmen. Nach dem Unfall verlagert sich ihr Fokus aber vor allem noch mehr auf die berufliche Zukunft. Die Zeit der Regeneration nutzt sie, um ihren Bachelor in der Biochemie abzuschließen. Das Turnen will ihr trotzdem nicht aus dem Kopf. Regelmäßig besucht sie die Turnhalle, hält sich mit leichten Trainingseinheiten fit. „Die Deutschen Meisterschaften in Göppingen werden aber mein letzter Auftritt gewesen sein. Ich werde nicht auf die Wettkampffläche zurückkehren, auch, wenn es kein schöner Abschluss war,“ beantwortet Tina die ewig wiederkehrende Frage nach ihrer Turnkarriere. Ihren sportlichen Werdegang betrachtet sie insgesamt dennoch in einem positiven Licht. Jetzt gelte es an die Zukunft zu denken, ihre anderen Stärken unter Beweis zu stellen.

   Als Übungsleiterin der 6-jährigen Turnmäuse im TuG Leipzig gibt Tina ihre sportliche Leidenschaft weiter. „Ich hätte nie gedacht, dass mir das so viel Spaß macht, aber mit den Kleinen zu arbeiten ist einfach fantastisch.“ Als Idol wird die ehemalige Nationalmannschaftsturnerin in den Köpfen verankert bleiben. Dass ihr Unfall für derart viel Rummel gesorgt hat, ist ihr – die sich ungern in den Vordergrund stellt – eher unangenehm: „Es tut mir leid, dass ich der Meisterschaft die Negativschlagzeile aufgedrückt und so viele in Sorge versetzt habe,“ sagt sie rückblickend. Die Empathie und der Zuspruch von allen Seiten haben ihr bei der Genesung unendlich geholfen. Jetzt werden neue Ziele gesteckt.